„Manche Menschen wollen immer glänzen, auch wenn sie keinen Schimmer haben.“
Ob Heinz Erhard bei seinem Ausspruch Horst
Seehofer vor Augen hatte? Bei der Profilierungssucht, die den CSUVorsitzenden
bei gleichzeitiger Abwesenheit politischer Kompetenz
kennzeichnet, drängt sich die Vermutung auf.
Im Humor steckt häufig Wahrheit: Es gibt eine Spezies Mensch,
denen ist der Glanz – für die Politik: die Schlagzeile – wichtiger als
der Inhalt, sprich: das kleingedruckte, der Mehrwert für die
Bürgerinnen und Bürger. Dabei ist das Vorgehen von Seehofer auf
Kosten der Kanzlerin sein Ansehen in Bayern zu steigern
höchstgradigst schädlich.
Erstens, weil die Bürgerinnen und Bürger eine Regierung verdient
haben, die ihrer Arbeit nachkommt, anstatt sich mit Schwestern-
Scharmützel CSU gegen CDU aufzuhalten. Hierdurch beschädigt
Seehofer zweitens die Demokratie: Bürgerinnen und Bürger
verweigern einer Regierungsform, deren Vertreter sich mit dem
eigenen Glänzen beschäftigen anstatt einer gewaltigen Krise
entgegenzusteuern, den Rückhalt und die Stimme. Und zum Dritten
hat Herr Seehofer ein miserables Beispiel abgegeben, dem sich mehr
und mehr die CDU-Fraktion im Bundestag orientiert.
Die Verweigerung der Zustimmung zu einer Reform der Jobcenter ist
das Ergebnis einer Demontage der Kanzlerin aus der Union heraus.
Eine Welle der Arbeitsverweigerung ist von Bayern aus nach Berlin in
die CDU-Fraktion übergeschwappt.
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